Inklusive Berufsvorbereitung

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) der Landeshauptstadt München hat in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium des Freistaates Bayern ein neues Modell der inklusiven Berufsvorbereitung entwickelt. Das Konzept der inklusiven Berufsvorbereitungsjahre (BVJ) entstand unter Beteiligung von Eltern sowie mit der großen Expertise der Münchner Förderzentren, im Besonderen des Augustinums/Otto-Steiner-Schule, und der Arbeitsagentur.

Die BVJ ist ausbildungsneutral angelegt, es findet also zunächst keine spezifische Vorbereitung auf ein bestimmtes Berufsbild statt. Es wird eine BVJ-Klasse mit mindestens sechs Schüler*Innen mit Förderbedarf G und mindestens 12 Regel-Berufsschüler*Innen eingerichtet. Unterricht findet im Lehrer*innentandem aus einer Berufsschul-Lehrkraft und einer Förder-Lehrkraft an 5 Tagen in der Woche statt, jeweils 5 Stunden pro Tag. Eine Nachmittagsbetreuung ist nicht vorgesehen.

Die BVJ ist auf 3 Jahre angelegt und ist für alle Schüler und Schülerinnen mit dem Förderbedarf geistige Entwicklung geeignet:

  • Im ersten Jahr, der “Eingangsstufe” werden die Schüler*Innen mit Förderbedarf in Vollzeit an der Berufsschule unterrichtet.
  • Im zweiten Jahr, der “Kernstufe” sammeln die Schüler*Innen Praxiserfahrung. Geplant ist, dass sie die Hälfte der Zeit in der Berufsschule unterrichtet werden und die andere Hälfte in betrieblichen Praktika verbringen. Hier stellt die Arbeitsagentur das Know-how der Integrationsfachdienste bei Vermittlung und Begleitung zur Verfügung.
  • Das dritte Jahr, die “Praxisstufe“, sieht 1 Tag Unterricht an der Berufsschule sowie 4 Praxistage vor.

Die BVJ wird ab September 2020 an der städtischen Berufsschule für Lagerlogistik beginnen, an der bereits Erfahrung mit einer berufsvorbereitenden Partnerklasse besteht.

Wer für sein Kind an dieser neuartigen Berufsvorbereitung interessiert ist, kann nähere Informationen von Herrn Gregor Lammel, Zentrale Fachberatung – Koordination Schulpsychologie, Berufsschulsozialarbeit und Inklusionsmaßnahmen an beruflichen Schulen beim RBS (gregor.lammel@muenchen.de) erhalten. Eltern können auch gerne einen ersten Kontakt zu mir als Elternvertreter aufnehmen (Marcel Consée, kontakt@down-kind.de). Es sei betont, dass diese Berufsvorbereitung nicht zur Konkurrenz der Berufsschulstufe der Förderzentren steht, sondern als eine Ergänzung zu sehen ist.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Information möglichst weit streuen. Bitte informieren Sie Ihren Bekannten- und Freundeskreis, Ihre Lehrer*innenkollegien und Ihre Berufsberater*innen, damit wir die inklusive Berufsberatung im September 2020 auch wirklich starten können.