Vom Recht auf Anderssein. Anfragen an pränatale Diagnostik und humangenetische Beratung

Autor(en): Therese Neuer-Miebach, Rudi Tarneden (Hrsg.)
Verlag: Lebenshilfe Verlag, Verlag Selbstbestimmtes Leben, Marburg und Düsseldorf 1994
Schlagwort: Medizin / Pädagogik / Frühförderung

„Vorliegender Band sammelt die Vor- und Beiträge der Tagung "Vom Recht auf Anderssein", die der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte und die Bundesvereinigung Lebenshilfe für geistig Behinderte im Frühjahr 1993 in Köln veranstaltet haben. Im folgenden gebe ich den Klappentext des Bandes wider, der den sehr umfassenden und differenzierten Umgang (vor allem der Aufsatz von Peter Radtke hat mich sehr beeindruckt) mit dem Thema gut darstellt: Immer mehr, immer subtilere und immer früher anwendbare Testverfahren der pränatalen Diagnostik sind in den letzten Jahren zur Routine der Schwangerenvorsorge geworden. Mehr als die Hälfte aller pränataldiagnostischen Tests erfolgen ohne vorausgehende Beratung. Da die weitaus größte Zahl vorgeburtlich feststellbarer Schädigungen (…) noch nicht behandelbar ist, bedeutet die Ausweitung von Diagnosemöglichkeiten eine neue Qualität von individuellen Entscheidungsnotwendigkeiten. (…) Elementare Hoffnungen, Wünsche und Ängste von Eltern sind angesprochen. (…) Wo Diagnoseverfahren eine Behinderung frühzeitig identifizieren und eine Option für einen Schwangerschaftsabbruch eröffnen, vollzieht sich gleichzeitig eine Veränderung der gesellschaftlichen Bewertung von genetischer Normalität. (!) Das Buch rückt die Konsequenzen der Anwendung von pränataler Diagnostik und genetischer Beratung aus der Sicht von Selbsthilfeorganisationen, von Eltern und von behinderten Menschen in den Mittelpunkt.