Integration – keine Frage. Behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam schulen

Autor(en): Adelheid Schär, Ursula Parmentier (Hrsg.)
Verlag: Edition SZH/SPC der Schweizerischen Zentralstelle für Heilpädagogik, Luzern 1996
Schlagwort: Pädagogik / Integration

„Der Bericht der 1. Tagung zum Thema „Integration“ von verschiedenen Vereinen für geistig Behinderte Menschen, u.a. der EDSA (European Down’s Syndrom Association) Schweiz greift verschiedene Themenschwerpunkte im Bereich des Problems schulische Integration auf. Der erste Vortrag stellt die Integrations_politik im australischen Staat Victoria vor. Dort gilt der Grundsatz, dass sowohl jeder Schüler ein Recht auf Erziehung und Bildung in einer Regelschule habe, als auch, dass jedes, also auch das behinderte Kind lernen und unterrichtet werden kann. Dabei gehen die Pädagogen von der grundlegenden Überzeugung aus, dass die Integration eine Frage des sogenannten „Curriculums“ ist, also alle Einrichtungen und Aktivitäten der Schule im Hinblick auf Lernen und Entwicklung für die Integration berücksichtigt werden müssen. Es wird nicht mehr das Kind gesucht, das sich für die Integration eignet, sondern die Einrichtung Schule wird so verändert, dass sie für alle Kinder ein sinnvolles Lernangebot bieten kann. Der nächste Vortrag beschäftigt sich mit den einzelnen Aspekten der integrativen Schulung, wobei hier auch auf die historische Entwicklung der Hilfs- und Sonderschulen eingegangen wird – meines Erachtens ein wichtiger Punkt zum Verständnis des heutigen Systems, aber auch der Möglichkeiten, wo man bei der Veränderung unseres Schulsystems ansetzen könnte. Dabei kommt die Autorin zu dem Schluss, dass Integration realisierbar sei, jedoch nur nach einem umfassenden Umdenken von Schule und Gesellschaft. Weiterhin werden die Kinderrechte als Mittel der Integration behinderter Kinder besprochen, wobei die Autorin auch auf die Uno eingeht, beschäftigen sich mit der Frage, was Behinderung eigentlich sei, wobei Behinderung als sonderpädagogische Kategorie Behinderung der Entwicklung sowie Behinderung durch Stigmatisierung – der Umgang mit Behinderung besonders betrachtet werden. Die "Aspekte zur Integration aus der Sicht einer Sonderpädagogin" versuchen praktische Anleitungen zu geben, wie man Integration in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, aber auch in der Arbeitswelt umsetzen kann. Eine sehr interessante Broschüre, die aufzeigt, wie viel Arbeit noch für die Integration von Behinderten zu leisten ist